Treffen der Landesvorstände in Würzburg

Ich gebe zu, dass ich einigermaßen skeptisch nach Würzburg gefahren bin. In Zeiten des „Weckrufs 2015“ und anderen Begleiterscheinungen des Kampfes um die Bundesspitze der AfD  habe ich mir die Gesprächsrunde der Landesvorstandsvertreter im Vorfeld relativ konfrontativ vorgestellt.

Allerdings bin ich dann sozusagen „angenehm enttäuscht“ worden. Am wichtigsten war für mich, das alle Vertreter trotzt zum Teil klar gegenläufiger Startpositionen den unbedingten Willen zeigten, die Lage gemeinsam zu klären und sich eben auch auf gemeinsame Ergebnisse verständigen konnten (etwa zur Bundesvorstandswahl, dem Umgang mit Satzungsfragen und dem nahenden Bundesparteitag, vgl.  auch den Bericht auf www.tagesspiegel …de).

In der Beurteilung des „Weckrufs“ gingen die Meinungen auseinander. Ich habe die Stimmungslage so wahrgenommen, dass man diesen mehrheitlich als großen Fehler betrachtet. Diejenigen Vertreter, die den „Weckruf“ mit unterzeichnet hatten, haben mir durchaus glaubhaft versichert, keineswegs eine Abspaltung von der AfD unterstützen zu wollen. Offensichtlich ist die Motivation zur Unterzeichnung des „Weckrufs“ eine Folge von innerparteilicher „Propaganda“ über die vermeintlich weit nach rechts abdriftenden Ost-Landesverbände. Im Grunde waren die anwesenden Unterzeichner – ähnlich wie vor ein paar Wochen die Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ – erschrocken, wie ihre Unterschrift gedeutet und mit welchen Botschaften dies verbunden wird.

Wir Thüringer (Björn Höcke und ich) konnten einiges zu den unsäglichen Vorwürfen klarstellen, nach denen unser Landesverband ins Rechtsextreme abdriften würde. Insbesondere die in der jüngsten Vergangenheit wiederholt vorgebrachte falsche Behauptung, Björn Höcke würde die Mitgliedschaft in der NPD verharmlosen, konnten wir in Gesprächen richtig stellen. Die letzten Absurditäten wie z.B. die im Deutschlandradio vom Abgeordneten Oskar Helmerich geäußerte Meinung, Höcke wolle den „Führerstaat“, helfen dabei am Ende sogar. Selbst innerparteilichen Skeptikern wird bei solchen Anwürfen schnell klar, dass es sich um persönliche Angriffe und nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung handelt.

Am Ende waren sich alle einig, erst mal miteinander zu reden, als übereinander – und schon gar nicht in der Presse.

Das Treffen in Würzburg hat gezeigt, dass die AfD kein heillos zerstrittener Haufen ist, sondern konstruktiv und ergebnisorientiert zusammenarbeiten kann. Die völlig verfeindeten Flügel, von denen einige Journalisten immer wieder schreiben, gibt es offensichtlich nicht. Sie entsprechen eher den Wünschen einiger Kommentatoren als der Wirklichkeit. Doch diejenigen, die derzeit den Abgesang der AfD versuchen herbeizuschreiben, werden sich noch verwundert die Augen reiben …

Stefan Möller

 

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