Öffentliche Diskussion zum Thüringer Bildungsplan

Mit mehrmonatiger Verspätung legte das Thüringer Kultusministerium kurz vor Weihnachten den „Thüringer Bildungsplan bis 18 Jahre. Bildungsansprüche von Kindern und Jugendlichen“ vor. Der Freistaat Thüringen nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, da in diesem Bildungsplan der Orientierungsrahmen für pädagogisches Handeln und Bildung für den Lebensabschnitt vom frühen Kindesalter bis zum Beginn des Berufslebens festgeschrieben wird. Damit ist dieser Bildungsplan von herausragender Bedeutung für die Entwicklung der jungen Menschen zu selbstbewussten, aktiven, kritischen sowie verantwortungsbewussten und –fähigen Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Die AfD Thüringen möchte auf diesen Bildungsplan aufmerksam machen und fordert die Eltern und Schüler sowie alle Akteure im Bereich der Bildung und Erziehung auf, sich an einer demokratischen öffentlichen Diskussion zu diesem wichtigen Dokument zu beteiligen. Den vollständigen Bildungsplan finden Sie hier:

http://www.thueringen.de/mam/th2/tmbwk/bildung/bildungsplan/thuringer_bildungsplan-18_web.pdf

Der Bildungsplan ist kein übergeordneter Lehrplan, sondern beschreibt nachprüfbare Kompetenzen, die von den Schülern erworben werden sollen. Dabei sind auch die erzieherischen Aufgaben der Schule, der angestrebte Schulabschluss sowie die Vorgaben der Nationalen Bildungsstandards berücksichtigt.

Neben den erziehungswissenschaftlichen Grundlagen und grundlegenden Anforderungen und Festlegungen zur Erziehung und Bildung besteht der Bildungsplan aus vielen Themenbereichen von der sprachlichen, naturwissenschaftlichen und mathematischen bis bin zur religiösen, künstlerischen und philosophisch-weltanschaulichen Bildung.

Eines der umstrittensten Themen dürfte der Punkt 2.2. „Physische und psychische Gesundheits-bildung sein“. Darin wird ausführlich dargelegt, wie wichtig der bewusste Umgang mit der eigenen Sexualität für Kinder und Jugendliche sei. Demnach spielt in der „Elementaren physischen und psychischen Gesundheitsbildung“, bereits im frühen Kindesalter die Sexualität eine Rolle. Zitat: „Es werden häufiger Fragen zur Entstehung des Lebens, zur Geburt, über Freundschaft und über Liebe aufgeworfen. Neugierig wird der eigene Körper und der von ebenbürtigen anderen (z.B. in „Doktorspielen“) erkundet. Durch körperliche Nähe oder durch Rückzug werden Beziehungs-qualitäten verdeutlicht und ein Gefühl für die eigene Intimsphäre ausgeprägt.“

In einem späteren Abschnitt heißt es: „Es werden z.B. Paarbeziehungen eingegangen und Geschlechtsverkehr erlebt; (tradierte) Geschlechterrollen werden hinterfragt, sexuelle Orientierungen (homo-, hetero-, bisexuell) werden bei sich und anderen wahrgenommen.“

Worauf läuft das hinaus? „Tradierte“, überlieferte Rollen von Männern und Frauen, also folgerichtig als Väter und Mütter in den Familien werden in Frage gestellt und grundlegende naturwissen- schaftliche Erkenntnisse und Gegebenheiten außer acht gelassen.

Bevor jetzt der Aufschrei der LSBTTIQ-Lobby kommt: Deutschlandweit liegt der Anteil der in LSBTTIQ-Gemeinschaften lebenden Menschen nach verschiedenen Veröffentlichungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Sie sollen ihr Leben auch nach eigener Fasson gestalten können, ohne diskriminiert zu werden. Aufgrund dieses geringen Anteiles gehört dieses Thema aber nicht in einen Bildungsplan.

Es bleiben wichtige Fragen offen: Wurden in Thüringen Eltern und Schüler ausreichend in die Entwicklung des Bildungsplanes einbezogen? Will die rot-rot-grüne Landesregierung eigene Vorstellungen von Sexualität und Partnerschaften in die Klassenzimmer des Freistaats tragen?

Nach der Veröffentlichung beginnt jetzt ein mehrstufiger Implementierungsprozess, in dem sich der neue Bildungsplan in der Praxis bewähren muss. Dazu soll es eine Reihe Informationsveranstaltungen geben.

Es ergeht der Aufruf an alle Eltern, Schüler und pädagogische Handlungsbeauftragten:

Bitte informieren Sie sich, mischen Sie sich ein in die öffentliche Diskussion und entscheiden Sie mit. Es geht um nicht weniger als die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen.

 

Birgit Noll

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