Katholischer Arbeitskreis der CDU – Themenabend „Christenverfolgung – ein aktuelles Thema?“

 

Der Themenabend fand bereits vor ein paar Tagen in Erfurt statt.  Der CDU-Stadtrat Prof. Hans Pistner und Alexander Hein hatten geladen; moderiert wurde die Veranstaltung durch Stefan Schröder. Ziel der Veranstaltung sollte sein, über das im Zuge der Flüchtlingskrise weitestgehend unbeachtete Thema „Christenverfolgung“ zu berichten und Denkanstöße zu geben. Diese Aufgabe übernahmen Herr Pfarrer Harald Karpe (ev. Kirche, SELK), Frau Sabine-Maria Kuchta (kath. Kirche/ Caritas), Herr Berthold Pelster (Kirche in Not) und Herr Dr. Rainer Rothfuß (Sabatina e.V.). Nach kurzer Einleitung seitens der Veranstalter, die bereits durch sehr deutliche Bildsprache geprägt waren, begann Frau Kuchta ihren Vortrag mit Worten Papstes Franziskus, daß das Thema Verfolgung „das tägliche Brot der Kirche“ sei. Dieses Zitat sollte für die kommenden Stunden das Leitthema bleiben. Glücklicherweise stellt sich die Situation in den kirchlich geleiteten Unterkünften als nicht so düster dar, wie man annehmen mag, leider sollte diese Darstellung vorerst die einzig Positive bleiben. Die Erhebung von „open doors“ oder die Haltung der Deutschen Bischofskonferenz waren zwar Gegenstand kurzer Fragen und Ergänzungen, doch noch wartete das Publikum auf den zweiten Vortrag.

Pfarrer Karpe bereitete der Zurückhaltung ein Ende. Durch einen reichhaltigen Fundus an Erfahrungsberichten, vor allem solche von Pfarrer Martens aus Berlin-Steglitz, und eine deutliche Bildsprache veränderte sich die Stimmung merklich. So wie sich die Situation inzwischen darstelle, solle man „die Menschen aus dem brennenden Haus holen und nicht über Brandschutzmaßnahmen reden“, so der eindringliche Apell. Das Thema Christenverfolgung in Flüchtlingsunterkünften sei das Stiefkind der medialen Aufmerksamkeit, da Christen in dieser Gesellschaft, im Vergleich zu anderen Minderheiten, keine lautstarke Lobby besitzen und „Religionsfreiheit!“ zur Unterdrückung wichtiger Debatten genutzt wird. Dies zu ändern sei die Pflicht. Man müsse das Kind beim Namen nennen, auch gegen Widerstände und unter der Gefahr, anfangs falsch verstanden zu werden. Mit Ausflüchten und falscher Rücksichtnahme ist niemandem geholfen. Man mag mir den Vergleich verzeihen, aber in diesem Moment musste ich an Don Camillo denken, der die Ärmel hochkrempelt und in den Ring steigt. Bitte mehr davon und weniger von solchen Leuten, bei denen ein bekannter Publizist fragt: „Haben Sie noch alle Perlen an der Kette?“.

War bereits nach dem zweiten Vortrag das Redebedürfnis und die Kritik an der bestehenden Situation groß, war nach dem dritten kaum noch Einhalt zu bieten. Seitens der Gäste wurde in klaren Worten Kritik am Meinungsmilieu, der Politik, der Deutschen Bischofskonferenz und den Islamverbänden geübt. Mit Müh und Not konnte Herr Schröder die Diskussion mit Blick auf die Uhr zugunsten des letzten Redners hintenanstellen. Denn trotz des eindringlichen Appells, sich an die positiven Botschaften des Christentums zu erinnern, war das Gefühl des „Alleingelassen-Werdens“ und die Enttäuschung darüber zu spüren.

Ich verließ die Veranstaltung mit einem guten Gefühl. Allerdings finden meines Erachtens solche Veranstaltungen zu selten statt oder werden nicht genügend rezipiert. Die gestrigen Äußerungen sollten ernst genommen werden, denn vielleicht ist es bisher nur ein Schmetterling am Amazonas, aber um mit einer Referenz auf die Pop-Kultur zu schließen: Brace yourself, winter is coming.

Gastautor:

G.H.

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