Im nächsten Jahr wieder – in einem viel größeren Saal!

Den Gepflogenheiten auf der politischen Bühne folgend, traf sich auch die AfD Thüringen bereits zum dritten Politischen Aschermittwoch ihrer jungen Geschichte. Dicht gedrängt saßen die 120 Besucher im Saal des Landhotels Ollendorf und es hätten bei der großen Nachfrage noch viel mehr Plätze sein können. Dabei ist nicht zu vergessen, dass auch der Aschermittwoch der COMPACT in Altenburg mit hochkarätigen Rednern wie Jürgen Elsässer und André Poggenburg sehr gut besucht war und viele AfD-ler und Sympathisanten sich dort einfanden. Hundert Kilometer voneinander entfernt – aber einig in der Sache! Dank der modernen Telekommunikation waren die „Höcke – Höcke“ – Rufe aus Altenburg auch auf manchem Smartphone in Ollendorf zu hören.

Hier verschaffte sich der Bundestagskandidat Jürgen Pohl Gehör, um durch das Programm des Abends zu führen. Nach dem ersten Redner Rüdiger Schmitt, der seine Meinung in Reime gefasst hatte, kam Björn Höcke dann zu Wort.

Wenige Stunden zuvor war die Entscheidung der Dresdner Staatsanwaltschaft bekannt geworden, dass die Ermittlungen gegen Björn Höcke wegen dessen Äußerungen zum Berliner Holocaustmahnmal und zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit eingestellt wurden. Eine sehr gute Entscheidung zu einem perfekten Zeitpunkt! Die Rede dieses Tages habe er von 182 Rechtsanwälten prüfen lassen, so Höcke eingangs seiner Ansprache. Neben den Gemeinsamkeiten mit der CDU, die sich auf den Biergeschmack beschränkten, befasste er sich in einer „politischen Anamnese“ inhaltlich mit den Unterschieden zu den Christdemokraten und deren Erscheinungen „politischer Schizophrenie“. Wiederholt begehrte die Thüringer Landes-CDU gegen Vorzeigeprojekte der Bundes-CDU auf. Björn Höckes Rede und die Ankündigungen über den „Prometheus von Thüringen“ und „Thüringer Ministerpräsidenten 2019“ animierten die Gäste zu frenetischem Beifall.

Die nachfolgende Rednerin Jana Schneider von der Jungen Alternative berichtete mit klaren Worten von ihren persönlichen Erlebnissen im politischen Alltag.

Stephan Brandner, der Spitzenkandidat der Thüringer AfD im Bundestagswahlkampf rief die Partei zur Geschlossenheit auf. Er nutzte den ehemaligen „Tag der Nationalen Volksarmee“ (NVA) der DDR am 1. März, dem Datum dieses Politischen Aschermittwochs, um daraus kurzerhand einen Wahlslogan zu kreieren: „Nur vorwärts – AfD“. Brandner befasste sich mit dem Begriff des Volkes, wie er von der CDU-Bundeskanzlerin Merkel kürzlich verwendet wurde und sinnierte, wer danach alles zum Volk dazugehören dürfe und wer nicht und wie man Teile dieses Volkes bezeichnen müsse. Aus dem letzten Landtagsplenum zitierte er den Thüringer Minister Hoff (LINKE), der geäußerte hatte, mit Stolz die Bezeichnung Linksextremist zu tragen. Man möge sich vorstellen, welcher mediale Aufschrei losgetreten werden würde, wenn sich irgendein AfD-Politiker öffentlich als „stolzer Rechtsextremist“ bezeichnen würde. Im Zusammenhang mit dem seit ca. zwei Wochen nicht enden wollenden Jubelgesängen auf Martin Schulz (SPD) erinnerte Brandner an die „Stones“ – „Stonebrück“ und „Stonemeier“. Auch sie waren über Monate in den Medien hochgejubelt worden, bis am Wahlabend nach Bekanntgabe der Ergebnisse Ernüchterung eintrat.

Der Politische Aschermittwoch der AfD in Ollendorf war ein gelungener Abend in einer anheimelnden Atmosphäre, politisch inhaltsreich und amüsant, wenn einem auch manchmal das Lachen wegen der hintergründigen Wahrheit vergehen konnte.

Sehr leckeres Essen, das ein oder andere gute Getränk und die zünftigen Einlagen von Thüringer Musikanten rundeten die Veranstaltung ab. Die Teilnehmer des Abends waren sich einig: Im nächsten Jahr wieder – in einem viel größeren Saal!

 

Birgit Noll

 

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Fotos: AfD Thüringen

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