„Hilfe, mein Kollege/ meine Kollegin wählt AfD“

Unter diesem Motto hatte der regionale DGB-Kreisverband kürzlich zu einem Vortrag mit Diskussion nach Eisenach eingeladen.

Die etwa 20 Hilfesuchenden (darunter auch die Redner des Abends) machten sich offenbar große Sorgen, wie es mit dem gewerkschaftlichen Vertretungsanspruch weitergehen solle, wenn sich die Alternative für Deutschland (AfD) jetzt auch der sozialen Probleme unserer Gesellschaft annehme und am Ende sogar noch Lösungsvorschläge biete. Zwar seien die Ziele zu unkonkret und die AfD-nahen Vereinigungen wie zum Beispiel der jüngst in Thüringen gegründete ALARM (Alternativer Arbeitnehmerverband Mittelthüringen) würden weniger Gebildete abhängen und die Eliten fördern. Dennoch machte man sich auf gewerkschaftlicher Seite große Sorgen, wie gut es der AfD gelänge, mit sozialen Themen viele Leute zu mobilisieren.

Wenn die AfD hohe Wahlergebnisse erziele wie zum Beispiel die ca. 25 % zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, dann werde man wohl oder übel mit der AfD reden müssen. Ein Gedankenansatz, der schon fast wieder an einen demokratischen Umgang mit der AfD und ihren Wählern denken lassen könnte.

Die AfD setze sich für die Wiederherstellung der Rechtstaatlichkeit und die Einhaltung von Recht und Gesetz auf allen Ebenen ein, das wurde durchaus zutreffend erkannt. Daraus aber eine Gewaltbereitschaft und sogar Rechtsextremismus bei der AfD und ihren Anhängern abzuleiten, ist falsch und absurd. Was wäre denn das Gegenteil? Eine Gesellschaft auf dem Weg zu Rechtlosigkeit, Willkür und Anarchie.

Eine Antwort auf die Frage, was denn zu tun sei, wenn der Kollege bzw. die Kollegin die AfD wählt, gab es an diesem Abend nicht. Die mögliche Antwort wäre: „Na dann lass sie doch die AfD wählen, es ist ihr gutes demokratisches Recht!“

So blieben die Teilnehmer eher hilflos zurück, in einer Situation zwischen Betroffenheit und Ratlosigkeit. Die Suche nach Argumenten wird weitergehen.

 

Birgit Noll

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