„Heimat hat keinen Preis, sondern Heimat hat einen unschätzbaren Wert“

Das Thema: „Gegen eine Politisierung gewachsener Gemeinschaftsstrukturen: Einrichtung eines Landesprogrammes „Meine Heimat – mein Thüringen“ war ein weiterer Antrag der AfD-Fraktion im Landtagsplenum.

Björn Höcke (AfD) erläuterte die drei Dimensionen, die der Begriff Heimat für ihn habe. Dazu gehöre die geografische Dimension mit Klima und Landschaft, in die der Mensch hineingeboren werde. Gebäude, das Brauchtum und Erzählungen seien Bestandteile der kulturellen Dimension. Zum dritten gehöre dazu die soziale Dimension, in der sich von allen geteilte Sitten und Werte befänden. Diese Heimat sei heute in Gefahr durch die von allen Altparteien falsch angelegte Globalisierungspolitik. Auch der Islam habe als Weltreligion eine Heimat, die sei aber nicht Deutschland und nicht Thüringen.

Im Namen der CDU-Fraktion kündigte Raymond Walk an, den Begriff der Heimat nicht der AfD überlassen zu wollen. Viele Menschen würden heute die Heimat mit Geborgenheit, Sicherheit und Vertrautheit verbinden. Er trug die neun Schwerpunkte aus dem Thesenpapier seiner Partei vor, die Heimatpolitik in den Blick nehmen müsse.

Diana Lehmann (SPD) meinte, es ginge der AfD mit diesem Antrag darum, die Gesellschaft zu spalten, Lebenswirklichkeiten zu verleumden und den Rechtsextremismus zu bagatellisieren. In Wirklichkeit wolle die AfD eine entpolitisierte und unaufgeklärte Gesellschaft, was für diese eine Katastrophe wäre. Thüringen sei unser aller Heimat. Sie betonte die Notwendigkeit des Landesprogrammes für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit, das weitergeführt würde.

Björn Höcke sprach über Entfremdung in Thüringen, weil viele Menschen nach der Wende auf der Suche nach Arbeit nach Westdeutschland gingen und der ländliche Raum ausblutete. Auch durch die katastrophale Zuwanderungspolitik der letzten Jahre fühlten sich viele Menschen nicht mehr heimisch. Selbst wenn es vielfach nur kleine Einschnitte in das Leben der Menschen gäbe, sähen viele ihre Heimat schwinden.

Dirk Adams (Grüne) sagte, es ginge der AfD hauptsächlich gegen die Demokratie, gegen Toleranz und gegen die Weltoffenheit. Er fragte, ob die AfD noch auf dem Boden des Grundgesetzes stünde und die darin festgeschriebene Religionsfreiheit akzeptiere. Er meinte, für das gesamte Parlament sprechen zu können: „Wir alle stehen gemeinsam gegen die AfD, die versucht, Menschen aus unserem Heimatbegriff auszuschließen, die einen exklusiven Heimatbegriff hat.“

Nach Aussage von Katja Mittelsdorf (Linke) sei Heimatgefühl kein zu verordnendes Gefühl sondern gehöre zu den gesellschaftlichen Prozessen, die auch immer einer Neubewertung unterlägen. Die Sorge der AfD, dass Tradition und Heimatpflege in Thüringen keine Rolle mehr spielten, sei unbegründet.

Der AfD-Abgeordnete Stefan Möller ging kurz auf die vorangegangenen Redebeiträge ein:

Sowohl in der Abstimmung über den Antrag als auch für die Überweisung in die zuständigen Ausschüsse erhielt der Antrag nur die Stimmen der AfD-Fraktion.

 

Birgit Noll

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