Die Frauen in unserem Land brauchen keine Sprachvorschriften für ihren Platz in der Gesellschaft

Mit ihrem Gesetzentwurf: „Thüringer Gesetz zur Aufhebung von Maßnahmen der geschlechterpolitischen Sprachmanipulation im Bereich der öffentlichen Verwaltung“ verfolgte die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag das Ziel, dass Regelungen, die der Durchsetzung einer „geschlechtergerechten“ oder „gendersensiblen“ Sprache diesen, aufgehoben werden.

Zahlreiche sprachpolitische Maßnahmen hätten zu einer Verunstaltung der geschriebenen und auch der gesprochenen Sprache geführt: Die Lesbarkeit von Texten werde erschwert, es entstünden inhaltliche Ungereimtheiten, oft lenkten „geschlechtergerechte“ Formulierungen von den Sachzusammenhängen ab. Dementsprechend werde die „geschlechtergerechte“ Sprache von den Bürgern auch überwiegend abgelehnt, heißt es im Gesetzentwurf.

So sagte Corinna Herold (AfD), dass die geschlechtergerechte Sprache keineswegs der Gleichberechtigung der Frauen diene sondern der Durchsetzung einer politischen Doktrin durch den Staat. Sie zitierte eine Studie, wonach mehr als 80 % der Frauen keinen Zweifel hätten, durch die alleinige männliche Formulierung auch angesprochen worden zu sein und sich ebenso nicht diskriminiert fühlten.

Henry Worm (CDU) sprach sich dafür aus, „Lösungen zu finden, die erstens mit der Grammatik vereinbar seien und zweitens Texte nicht verkomplizierten“. Seine Fraktion werde dem AfD-Antrag aber nicht zustimmen, weil die Regelung nicht notwendig sei.

Karola Stange (Linke) bekräftigte das Festhalten an der geschlechtergerechten Sprache im Gleichstellungsgesetz und deren Einfluss auf die Gleichstellung und die Diskriminierung, wenn man sie nicht anwende. Ihre Fraktion lehnte den Gesetzentwurf der AfD genauso ab wie die Fraktion der Grünen, deren Abgeordnete Astrid Rothe-Beinlich Corinna Herold scharf kritisierte. Sprache sei lebendig und ständig in Veränderung. Die AfD-Fraktion sei „mit ihrem absurden Antrag völlig aus der Zeit gefallen“.  Außerdem fehle ihr die Übung für eine diskriminierungsfreie Sprache.

Der Gesetzentwurf erhielt nur die Zustimmung von den AfD-Abgeordneten.

 

Birgit Noll

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