„Alle gegen einen“- Günther Jauchs Talksendung vom 18.10.2015, 21:45 Uhr (ARD)

Günther Jauch versteht es nicht. Björn Höcke, der AfD-Fraktionvorsitzende im Thüringer Landtag meinte doch tatsächlich auf Jauchs Nachfrage zur gestrigen Sendung: „Da fehlt mir die Ausgewogenheit.“

Warum nur?

Die Diskutanten waren sorgfältig ausgewählt. Ein rechtskonservativer Politiker – Björn Höcke – bekam es mit Bundesjustizminister Heiko Maas zu tun, der  Pegida als „Schande für Deutschland“ ansieht sowie „sorgfältig“ herausgeschnittene  und eingespielte Redesequenzen Höckes anlässlich einer AfD-Demo in Erfurt als „widerlich“ bezeichnete.  Eine weitere Diskutantin war Anja Reschke, Moderatorin des für seinen starkem Linksdrall bekannten  Magazins „Panorama“.

Während bei den ersten beiden gleich klar war, dass diese ausgewiesene Gegner der AfD sind, kannte Klaus Bouillon, den CDU-Innenminister des Saarlands zugegebenermaßen kaum einer. Dieser ließ durch Abspulen einiger Variationen der „Wir schaffen das!“-Merkel-Phrase  im Laufe der Sendung schnell erkennen, dass er zu dem Teil der CDU zählt, welcher Teil des Problems der Asylkrise und nicht der Lösung ist. Höhepunkt seiner Offenbarung war die Antwort auf Jauchs Frage, warum er sich mit der Benennung von Missständen in einem Aufnahmelager für Asylbwerber nach eigenem Bekunden schwer getan hat. Die Antwort lautete: „Ich habe gewusst, dass einige versuchen, mich wie heute Abend passiert in die rechte Ecke zu rücken …“

Nun, den Mut musste also ein anderer aufbringen. Ein Rechtskonservativer gegen zwei überzeugte Linke und einen, der Angst hat, als „rechts“ zu gelten  – das gilt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk des Jahres 2015 als ausgewogenes Verhältnis. Drei gegen eins also, wenn man dem Moderator nicht mitzählt. Das zumindest könnte man auch anders sehen, denn die eingespielten Filmchen zeigten klar die von Jauch zugewiesene Rollenverteilung in der Diskussion  (hier der böse rechte Höcke, da die arme mutige Journalistin Reschke). Die von Jauch moderierte Gesprächsführung verlief so, dass Höcke nur selten zu Wort und kaum mit der Richtigstellung von Unterstellungen und rhetorischen Angriffen hinterher kommen konnte, zumal ihm Reschke permanent ins Wort fiel.

Selbst der wahrnehmbare Klatschmodus des Publikums ließ vermuten, dass dieses sich ausschließlich aus Höcke-Gegnern zusammensetzte – ein seltsames Zerrbild der Realität, in der Höcke jeden Mittwoch Tausende Menschen motivieren kann, auch bei schlechtem Wetter gegen die derzeitige Asylpolitik auf die Straße zu gehen.

Inhaltlich konnte man von einer solchen Sendung nicht viel erwarten. Das Björn Höcke eine Deutschlandfahne mit in die Sendung brachte, war den anderen Diskutanten und dem Moderator sichtbar unangenehm. Zudem fiel Anja Reschke – wie das nachfolgende Video darlegt – durch dreiste Falschbehauptungen auf:

An einer Stelle wurde es aber nochmal interessant:

Maas erklärte grob, wie die Zensur bei Facebook zukünftig funktionieren soll. Eine „Stelle“ oder mehrere „Stellen“ sollen Facebook melden, wenn zumindest zu befürchten ist, dass in einem Beitrag auf Facebook ein strafbarer Inhalt vorliegen könnte. Facebook sperrt dann nach der getroffenen Vereinbarung den Beitrag. Die Strafbarkeit muss also nur befürchtet werden – von den richtigen Leuten wohlgemerkt – um eine Meinungsäußerung zu unterbinden. Dass gerade Maas einen solchen Modus anstößt, ist besonders pikant, denn er hatte es sogar schon fertig gebracht, ein Ermittlungsverfahren der Generalbundesanwaltschaft zu sabotieren. Wie die Prüfung der Strafbarkeit bei rechtskonservativen Beiträgen unter einem solchen Bundesjustizminister ausfallen wird, darüber kann man durchaus schon einmal Vermutungen anstellen.

Außer Höcke äußerte übrigens keiner ein Störgefühl, welches angesichts des letzten Satzes in Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes jeder Demokrat hätte spüren müssen.

Dieser Satz lautet: Eine Zensur findet nicht statt.

Stefan Möller

11 Kommentare zu “„Alle gegen einen“- Günther Jauchs Talksendung vom 18.10.2015, 21:45 Uhr (ARD)

  1. Schmidt Bernd sagt:

    Ein Mann bietet den Asylversagern deutlich und überzeugend die Stirn. Danke Herr Höcke! Die Auswahl derTeilnehmer zeigt in keinster Weise eine Ausgewogenheit in der politischen Strömung. Jämmerlich die Meinung eines saarländischen Innenministers der sein Büro für Wochen in ein Flüchtlingslager verlegt hat und Angst hat die Wahrheit zu verkünden. Bei solchen Menschen ist unsere Demokratie wahrhaftig in Gefahr..

  2. W.Rippel sagt:

    Vollkommen richtig Ihre Kritik an dieser Sendung.
    Die sogenannte Demokratie in der wir leben ist ein Witz.
    Jeder der andere politische Ansichten hat, wird sofort in die rechte Ecke gestellt und es wird versucht ihn zu diffamieren.
    Besonders die öffentlich rechtlichen Sender sind alle gleichgeschaltet.
    Das große jammern kommt erst dann, wenn alles nicht mehr kontrollierbar ist, was nur noch eine Frage von Wochen sein kann.
    Meine Stimme habt Ihr mit Sicherheit bei der nächsten Wahl.

  3. S.Haubenschild sagt:

    Auch wenn es schwer war, zu mindest schien es so, hat sich Björn sehr gut gehalten und geschlagen. Dies ist das Niveau, auf dem wir weiter versuchen sollten, uns gegen das angeblich „richtige Volk“ zu differenzieren und wir kontra geben müssen bis Ihnen keine Luft mehr bleibt für das verbreiten Ihrer Rosaroten Welt.

    Ich hatte das Gefühl, das Sie regelrecht angewidert waren von unserer Deutschlandflagge. Wohl ein Zeichen wie sehr Sie sich für unser Land schämen. Zu Recht. Denn wo sind wir gelandet durch „Zensur und Diktatur“.

    Sie wundern sich über den angeblichen Rechtsruck in Deutschland und Europa, dabei liegt es an Ihrer Nichtaufklärung und dem Stillschweigen der Probleme, die auch noch Hausgemacht sind.

    Wir schaffen das. 😉

  4. Fischer H. sagt:

    Wo sind wir hier in diesem Land hingeraten? In Sachen Meinungsfreiheit haben wir schon fast wieder DDR – Verhältnisse. Sagt man was man denkt, ist man ein Rechter, zählt zum Pack oder gehört vor den Richter. Ach ja – die Äußerung von Herrn Maas in einer seiner Antworten, das Ihn der Durchsschnitt des Bürgertums nicht interessiert, betrifft demzufolge auch mich.
    Meine Hochachtung Herr Höcke, Sie haben ruhig und sachlich argumentiert, weiter so.
    In meinem Umfeld höre ich nur kritische und entsetzte Meinungen über die Asylpoitik unserer Regierenden, geschweige der grünen und roten Vertreter. Und glauben Sie mir dieser Kreis ist rießengroß und es sind vom Arbeitnehmer, Akademiker, Angestellten, Handwerker bis hin zum Beamten viele Menschen dieser Meinung. Es ist schon Paradox und nicht Nachemfindbar wie sich diese “ Bessermenschen“ der Realität entziehen.

  5. Bartholomäus, Jörg sagt:

    Hut ab vor Björn Höcke!
    Die versuchte mediale Hinrichtung ist jedenfalls gescheitert.Zu bewundern istder Mut und die Gelassenheit mit der Björn H. die schäbigen Anfeindungen dieser Polik-und Mediendarsteller gekontert hat.

  6. Helmut Witter sagt:

    Björn hat das sehr souverän gemeistert, und wir haben viele neue
    Anhänger gewonnen. Er hat nicht einen einzigen Fehler gemacht
    und die drei Gleichen entlarvt, einschließlich den Vertreter des Staatsfernsehens.
    Eine ganz starke Persönlichkeit ist Björn Höcke , meine ganze Familie hat er begeistert.

  7. Marc Etzhold sagt:

    Am Mittwoch werd ich wieder in der Minderheit sein und gegen die AfD und ihren menschenfeindlichen Populismus auf die Straße gehen. meine Eltern sind auf die Starße gegangen damit die Mauer fällt und ich lasse nicht zu dass wieder eine aufgebaut wird. Teile meine Familie sind vor Diktatur geflohen und in Westdeutschland von hilfsbereiten Bürgern aufgenommen worden und diese Kultur werde ich auch weitergeben. Wer Hass säht wird nur Gewalt ernten. Lasst euch nicht verarschen! Diese „Alternativen“ werfen auch nur mit Parolen um sich um an die Macht zu kommen. Was konstruktives kam bei denen noch nicht raus. Könnt ja ma schaun was deren EU Abgeordnete so treiben, wie Frau von Storch und co so im Lobbyismus verwurzelt sind.

    1. grassort sagt:

      Frau von Storch und Lobbyismus, das passt überhaupt nicht zusammen! Sie betreibt in Brüssel Politik für die Familie, die dort Dank Genderismus keine Lobby mehr hat. Ihr Bekenntnis auf einer AfD-Veranstaltung in Berlin: Sie sei nicht in Brüssel um dort Freunde zu finden. Das spricht für Verantwortungsbewusstsein und Sorge um unser Land.
      Sie, Herr Etzold motivieren mich, heute nach Erfurt zu fahren, um mit der AfD gegen eine von CDU-SPD-GRÜNE-LINKE aufkommende Diktatur zu demonstrieren, so wie ihre Eltern gegen die damalige Diktatur protestierten. Eine Meinungsdiktatur herrscht hier ja schon im Land. Die AfD hingegen kämpft für die Freiheit in unserem Land.
      Übrigens, ich bin kein Mitglied der AfD.

  8. grassort sagt:

    Habe mir diese Sendung in der ARD-Mediathek angesehen. Möchte nur eine Sache daraus kommentieren:

    Günther Jauch ab Min. 43:05: Es ist ja tatsächlich ein Thema, dass Menschen sagen, ja werden hier Wahrheiten irgendwie unterschlagen, sprechen sich Medien oder auch Politiker ab bestimmte Dinge, die wir als Bürger doch Tag und Nacht erleben schlichtweg totzuschweigen.-

    Nun Herr Jauch, Beispiele gibt es dafür mehr als genug, z. B. wenn die nationale Herkunft bei Straftaten verschwiegen werden in Funk, Presse und Polizeiberichten; wenn die Thüringische Regierung es verbieten will, dass Vorfälle aus den Flüchtlingsunterkünften nicht mehr publik gemacht werden dürfen, oder wenn von einer „vermeintlichen“ statt tatsächlichen Islamisierung in unserem Land gesprochen wird. Die die ganze Bandbreite der politisch korrekten Sprachweise illustriert diese Tatsache. Die meisten Journalisten und Politiker arbeiten doch mit der politkorrekten Schere im Kopf.

    Herr Jauch weiter: Herr Bouillon, Sie haben im saarländischen Landtag eine aufsehende Rede gehalten , die sich doch sehr unterschied von den üblichen Reden, die man von Politikern hört, insbesondere zum Thema Flüchtlinge. Und wir hören uns mal einen kurzen Auschnitt an…

    Aufsehen erregend und sich sehr unterscheidend von den üblichen Reden wohl deshalb, weil die Politiker es nicht mehr gewohnt sind die Wahrheit auszusprechen, dies mehr die Ausnahme als die Regel sei. Die Politiker sehen somit zu Recht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, vom Volk als „Lügenpack“ betitelt zu werden, wie es in einem aktuellen Lied „Lügenpack aus dem Bundestag“ formuliert wird. (Diese Lied hörte ich auf der Bärgida-Demo, und vermittelte ein besonderes Feeling, während die Demo am Reichstag vorbeizog.)

    Die Bemerkung von Björn Höcke in Bezug auf die Gleichschaltungskonditionierung seitens Herrn Jauchs am Schluß, bereitete mir ein fröhliches Lächeln. Gut gemacht Björn! Weiter so!

  9. grassort sagt:

    Hier mein Antwortkommentar zu den Auslassungen des Chefredakteurs der JF Herrn Dieter Stein, mit dessen Kommentar „Desaster für die AfD“ über Björn Höckes Auftritt in der o.g. Sendung, den die Moderation/Zensur nicht durchgehen ließ:

    Sehr geehrter Herr Stein,
    Ihre Sichtweise zu dieser Sendung teile ich nicht. Ihr dargestelltes Meinungsbild über Björn Höcke sagt mir mehr über Sie als über Björn Höcke. Schon zu Beginn ihres Kommentars äußern Sie sich so angstbesetzt und sich identifizierend mit dem rauschenden Presse-Blätterwald, dass ihre Voreingenommenheit gleich einem unangenehm in die Nase steigt. Nun, Herr Höcke weiß wer er ist und wofür er steht und macht daraus keinen Hehl. Das steht ihm zu und das ehrt ihn auch. Er unterliegt im politischen Kampf nicht der Versuchung um des falschen Friedens willen, sich bei allen Liebkind zu machen. Ganz anders bei Ihnen. Sie springen über jedes Stöckchen, den Ihnen die meist linksversifften Journalisten und Politiker hinhalten und merken gar nicht, dass sie wirklich keine eigene Meinung haben (oder doch?) und nur das nachkauen, was der Rest der Journaille von sich gibt.
    Das hervorholen unserer Deutschlandfahne mit Höckes Bekenntnis seiner Liebe und seines Eintretens für Deutschland und der despektierlichen und süffisanten Reaktion eines Herrn Maas, hat vor aller Welt gezeigt, das wir eine Regierung haben, die das eigene Land verachtet und schlimmerweise sogar gegen uns regiert.

  10. Marc nochmal sagt:

    @Herrn Grassort:
    CDU-SPD-GRÜNE-LINKE aufkommende Diktatur , Lügenpresse, Linksversiffte Jornalisten, da haben sie schön alle Buzzwords auswendig … und Beatrix von Storch ist ja auch die Unschuld vom Lande, eine wahre Patriotin das hat sie doch gesagt! (und der Bürgerkonvent hat sich bestimmt auch für Rechte der Bürger, Arbeiter und alten Menschen eingesetzt, für Kündigungsschutz und sichere Renten) aber alle anderen machen eine Meinungsdiktatur. Nächste Woche auch wieder mit dabei??? 😀

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